
Zell Bürgermeister Günter Pfundstein (von links), Sparkassen-Vorstand Sebastian Lebek, Geschäftsinhaber Benedikt Schwendenmann, Sparkassen-Bereichsdirektor Michael Hirt und Firmenkundenberater Manuel Schmid beim Besuch der Firma. Foto: Sparkasse
Im Unternehmen von Benedikt Schwendenmann entstehen aus tausende Schichten dreidimensionale Endprodukte - Zielkunden sind derzeit der Maschinen- und Anlagenbau.
Hochkomplexe dreidimensionale Bauteile aus Edelstahl (1.4404) und Alloy 625 (2.4856) die Schicht für Schicht durch additive Fertigung entstehen, sind die Geschäftsgrundlage der Zeller Firma mebs Additive Manufacturing GmbH im Zeller Gewerbegebiet Steinenfeld. Das Fertigungsverfahren ist auch bekannt als sogenannter Metall-3D-Druck.
Der Maschinenbauingenieur Benedikt Schwendenmann hat mit dieser Technologie den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt und im vergangenen Oktober den Betrieb im Steinenfeld auf dem Areal der Firma Precise Metal Production (PMP) aufgenommen. Die Testprojekte sind inzwischen abgeschlossen, der Workflow ausgearbeitet und die Materialien erfolgreich qualifiziert. Es laufen bereits die ersten Kundenaufträge. Ein guter Zeitpunkt für Benedikt Schwendenmann, sein junges Unternehmen der Öffentlichkeit vorzustellen.


Gäste staunten
Zells Bürgermeister Günter Pfundstein und Vertreter der Sparkasse Kinzigtal staunten nicht schlecht, wie die Anlage „Lasertec 30 Dual SLM“ des Maschinenherstellers DMG Mori mit Sitz in Bielefeld Schicht für Schicht ein dreidimensionales Metallbauteil entstehen lässt. Der Laser verschweißt dabei die einzelnen Schichten des Metallpulvers.
Als erster Schritt erfolgt zuvor die 3D-Konstruktion am Bildschirm, die anschließend simuliert wird. Dabei wird der Verzug und die Verformung im Bauteil analysiert und anschließend kompensiert. Danach wird der Druckprozess in Gang gesetzt. Je nach Komplexität des Bauteils kann dieser von mehreren Stunden bis zu Tagen brauchen. Allerdings kann die Anlage mit Doppel-Lasertechnik auf einer Platte mehrere Teile gleichzeitig oder simultan ein Bauteil fertigen. „Wir entwickeln maßgeschneiderte Lösungen, hauptsächlich interessant für Engineered Products, Einzelteilfertigung und Kleinserien“, erklärt Benedikt Schwendenmann. „Zielkunden sind derzeit der Maschinen- und Anlagenbau, die von uns im Laufe des Jahres angestrebten Zertifizierungen sprechen hauptsächlich Kunden aus der Chemie-, Pharma- und Anlagenbautechnik an.“
Das Besondere an den „gedruckten“, laserverschweißten komplexen Bauteilen aus Metall ist, dass sie als fertiges Stück die Maschine verlassen und nur noch wenig Nachbearbeitung benötigen. Inklusive gewünschter Hohlräume oder Kühlkanäle sowie funktionalen Wabenmustern, sogenannten Gyroieden-Strukturen, im Inneren. Eine Fertigung solcher Bauteile mit klassischen Herstellungsverfahren wäre nur sehr aufwendig oder gar nicht möglich. Auch können Baugruppen, die bisher aus verschiedenen Komponenten bestehen, in einem Fertigungsverfahren hergestellt werden. Beim Metalldruck überwacht eine KI bei jeder der vielen Tausend Schichten die Qualität.
Benedikt Schwendenmann aus Zell a. H. hat an der Hochschule Offenburg Maschinenbau studiert. Nach erfolgreichem Studienabschluss arbeitete er als Sales Engineer für Industriearmaturen eines Schweizer Herstellers. Schwendemann zur Seite steht sein Mitarbeiter Philipp Schwarz. Er kümmert sich um die Vor- und Nachbearbeitung der Bauteile und steuert die Maschine. (dr)